450 Euro Job

Lächeln im Minijob?

Ein 450-Euro-Job oder Minijob (offiziell: eine geringfügig entlohnte Beschäftigung) liegt gemäß § 8 Abs. 1 Nr. 1 SGB IV vor, wenn das Arbeitsentgelt aus dieser Beschäftigung regelmäßig im Monat 450 Euro nicht überschreitet.

(Vor 1. Januar 2013 lag die Verdienstobergrenze für die gut 7 Millionen Menschen, die in Deutschland einen Minijob haben, noch bei 400 Euro.)

450 Euro Job: Wie viel Stunden?

Oft erreicht uns die Frage, wie viel Stunden in einem 450-Euro-Job monatlich gearbeitet werden dürfen. Diese ist wie folgt zu beantworten:

Ein 450-Euro-Job definiert sich unabhängig von der arbeitsvertraglich festgelegten Stundenzahl. Die wöchentliche Arbeitszeit und die Anzahl der monatlichen Arbeitseinsätze spielen keine Rolle. Das heißt: es ist gleichgültig, wie viel Stunden arbeitsvertraglich gearbeitet werden müssen bzw. tatsächlich gearbeitet werden. Selbst wenn arbeitsvertraglich 40 Stunden pro Woche vereinbart werden, kann ein Minijob gegeben sein, wenn das Gehalt die 450 Euro Grenze nicht übersteigt. Der Vertrag kann dann allerdings aus anderen Gründen (Stichwort: Mindestlohn) nichtig sein.

Beispiele zur Stundenzahl eines 450-Euro-Jobs

8,50 Euro Stundenlohn

Wird der gesetzliche Mindestlohn von 8,50 Euro brutto zugrunde gelegt, so dürfen bei einem 450 Euro Job monatlich nicht mehr als 52 Stunden gearbeitet werden.

10 Euro Stundenlohn

Bei einem Gehalt von 10 Euro brutto dürfen nicht mehr als 45 Stunden im Monat gearbeitet werden, damit noch ein 450 Euro Job mit seinen Sonderregelungen vorliegt.

Wichtig: Hat jemand zwei oder mehrere Minijobs und beträgt das Entgelt hieraus zusammengenommen mehr als 450 Euro, so ist keine dieser Arbeitsverhältnisse geringfügig.

Rentenversicherungspflicht

Die wichtigste Neuerung für den 450-Euro-Job: alle Arbeitnehmer mit einem Minijob-Vertrag sind automatisch Mitglied der gesetzlichen Rentenversicherung.

Aber auch in Minijobs, die schon vor dem 1. Januar 2013 bestanden haben, besteht eine Rentenversicherungspflicht, wenn der Verdienst ab 2013 auf mehr als 400 Euro angestiegen ist.

Die Rentenversicherungspflicht ist allerdings abdingbar. Wenn der Minijobber seinem Arbeitgeber schriftlich mitteilt, dass er sich von der Versicherungspflicht befreien lassen will, bleibt der Minijob auch in der Zukunft sozialabgabenfrei.

Minijobber mit einem neuen Vertrag beziehungsweise mit einem alten Vertrag und einem Verdienst von über 400 Euro zahlen nun die Differenz zwischen dem Arbeitgeberanteil zur Rentenversicherung und dem vollen Beitragssatz aus eigener Tasche an die Rentenversicherung.

Der volle Beitragssatz beträgt zurzeit 18,9 Prozent des Verdienstes. Die Minijobber müssen daher lediglich 3,9 Prozent selbst an die Rentenkasse zahlen. Die übrigen 15 Prozent trägt wie bisher der Arbeitgeber. Minijobber, die weniger als 175 Euro verdienen, gelten die 175 Euro als Mindestbemessungsgrenze. Das heißt, der Eigenanteil wird auf der Grundlage der 175 Euro berechnet.

Die Beitragspflicht zur Rentenversicherung gilt auch für Minijobber in Privathaushalten. Dort ist der Eigenanteil des Minijobbers jedoch mit 13,9 Prozent des Verdienstes höher. Das liegt daran, dass Arbeitgeber in Privathaushalten selbst lediglich 5 Prozent des Arbeitnehmerverdienstes als Rentenanteil entrichten müssen.

Minijobber im gewerblichen Bereich kommen damit für vergleichsweise wenig Geld in den Genuss des kompletten Leistungsspektrums der gesetzlichen Rentenversicherung.

Diese Leistungen beinhalten:
- eine medizinische oder berufliche Reha-Leistung bei medizinisch festgestelltem Bedarf,
- eine Erwerbsminderungsrente bei einer chronischen Krankheit oder nach einem Unfall, der eine weitere Erwerbstätigkeit unmöglich macht,
- Anspruch auf Riester-Förderung,
- Anspruch auf Übergangsgeld bei einer längeren stationären Reha-Maßnahme oder nach Ende der Entgeltfortzahlung,
- Anspruch gegenüber dem Arbeitgeber, einen Teil des Verdienstes für eine betriebliche Altersversorgung umzuwandeln.

Befristete Übergangsregelung für bisher sozialversicheruntspflichtig Beschäftigte

Beschäftigte, die vor dem 1. Januar 2013 zwischen 401 und 450 Euro verdient haben, durch die Anhebung der Verdienstgrenze auf 450 Euro nun an sich sozialversicherungsfrei sind, bleiben für eine Übergangszeit längstens bis zum 31. Dezember 2014 sozialversichert.

Das bedeutet, dass sie bis zum 31.12.2014 weiterhin Rentenversicherungsbeiträge zahlen müssen. Von der ebenfalls weiter bestehenden Krankenversicherungspflicht können sich die jetzt im 450-Euro-Job Beschäftigten aber befreien lassen. Bei dere Rentenversicherungspflicht ist das nicht möglich.